Offizierseignungsprüfung der Bundeswehr

Erfahrungsbericht: Offizierseignungsprüfung der Bundeswehr

Muda-Kaserne OPZ Erfahrungsbericht

Muda-Kaserne, Köln

Vorwort

Hallo Miteinander,

hier nun also der Erfahrungsbericht meiner (bestandenen) Offizierseignungsprüfung nach meiner Bewerbung bei der Bundeswehr.

Ich hatte mir bereits nach bestandener Prüfung vorgenommen einen Bericht zu schreiben und war leider erst viele Wochen später dazu gekommen.

Jeder, dem die OPZ bevorsteht, rate ich daher ein Tagebuch zu führen – das ist im Nachhinein sehr interessant und für einen Bericht natürlich ohnehin sehr ratsam.

Okay los geht’s…

Sonntag – Tag 1 (Anreisetag)

Wie man es aus der Musterung noch kannte gings verdammt früh los, um auf keinen Fall zu spät zu sein.

Die Fahrt mit dem ICE war sehr entspannt, zumindest bis Hagen, wo zwei Mütter mit ihren Kindern einstiegen, die nach dem Schließen der Türen feststellten, dass sie sich ja kennen (…). Die Kinder waren fast erträglicher als die Mütter, auch wenn sie etwa 3 Stunden lang Tier-Quiz spielten. Ich wusste nach meiner Ankunft in Köln Hauptbahnhof alles über Tiere. Wirklich alles. Leider brachte mich das nicht weiter, schon gar nicht auf meiner Suche nach einem funktionsfähigen Fahrscheinautomaten, da die gestellte Fahrkarte der Bundeswehr nicht für das Straßenbahnnetz in Köln galt.

Als ich endlich einen fand, traf ich auch gleich jemanden aus meinem Nachbarort, was zur Eingewöhnung sicher von Vorteil war. (Und nicht zuletzt auch für die Entscheidung, den richtigen Straßenbahnsteig zu wählen – sehr verwirrend, zumindest wenn man vorher nur in Berlin Straßenbahn gefahren ist.)

Der Weg zur Mudra-Kaserne gestaltete sich ebenso fragwürdig – wir verließen uns auf einen Uniformierten, etwa 3-4 Jahre über uns, der sehr souverän einen halbwegs authentischen Weg verfolgte, bis wir feststellten, dass auch er nur ein Mitbewerber war und die Kaserne noch nie gesehen hatte. Gemeinsam kämpften wir uns dann durch, bis wir endlich ruppig an der Wache aufgefordert wurden, unseren Personalausweis und die Einladung vorzuzeigen.

Etwa gegen 13 Uhr am Willkommenshäuschen angekommen schien keiner von irgendetwas Ahnung zu haben, wodurch wir uns äußerst heimisch fühlten; bis uns schließlich eine nette Frau bat einzutreten, und uns einen komplexen Algorhythmus vorgab, in dem wir die Bettwäsche entgegenzunehmen, und „bei vorzeitigem Ausscheiden“ in umgekehrter Reihenfolge wieder abzugeben hätten.

Motiviert bis in die Haarwurzeln stießen wir zur nächsten Herausforderung, denn der erste Test bestand bereits im Finden der zugeteilten Unterkunft. „Gebäude 16 Block B“, sagte die nette Kölner-Zivilangestellte aus dem Verwaltungstrakt der Mudra-Kaserne zu mir, und (glücklicherweise) auch zu dem, der nach mir ihr Zimmer betrat. Nun fragten wir uns beide etwa gleichzeitig, wo denn das besagte Gebäude stehen würde. So schlichen wir also durch das komplette Kasernengelände, darunter auch in das Offiziersprüfungsgebäude, das wir eigentlich noch gar nicht betreten durften – aber da wir ja nicht wussten was es ist (weil wir zu blind waren das relativ große Schild davor zu lesen), hat sich das für uns später legitimiert.

Um die Wegbeschreibung abzukürzen: Gebäude 16 stand genau neben dem Verwaltungsgebäude vom Anfang. So kanns halt gehen. Dort also angekommen gingen wir in unsere (6 Mann-) Zimmer, bei dem ich aufgrund meiner Sightseeing-Tour auch als Sechster ankam. Dort sah ich also fünf Fratzen sitzen, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Vom komplett Durchgeknallten, über den Quoten-Schüchternen, den Hyper-Psycho bis hin zu zwei bereits uniformierten Mannschaftlern (einer rechts-, einer links-orientiert).

Ich setzte mich also, nach Einräumen meines Luxus-Spintes, zu ihnen an den Tisch. Wir gingen die Standardfragen nach Herkunftsort und der „Wieso Bundeswehr?!“-Einstellung durch und wurden kurze Zeit später in die OPZ (das offizielle OPZ-Gebäude), genauer gesagt in den Begrüßungssaal gerufen.

Wir waren 52 Männer und Frauen – was für einen typischen OPZ-Durchlauf nicht viel ist. Uns wurde nun eine Prüfgruppe zugewiesen – meine war toller Weise gleich die „1“. Eine solche Prüfkommission besteht aus drei hochrangigen Offizieren, denen oft ein Psychologe zur Seite steht, hierzu aber später mehr.

Die gute Frau Stabsärztin hielt uns erstmal einen Vortrag über die uns bevorstehenden Testdurchläufe und betonte mehrmals, dass man gern jederzeit nach Hause könne, was natürlich überaus motivierend war. „Wer also jetzt zum Ende meines Vortrages bereits der Meinung ist, dies alles nicht bewältigen zu können, dem stehe nichts im Wege zu gehen!“ (Klingt lustig, aber der erste ging tatsächlich!)

Nun ich blieb jedenfalls sitzen und füllte den darauffolgenden Personalbogen aus. Dies kann man schon als erste offizielle Station betrachten, da später beim Interview auf die dort getätigten Angaben eingegangen wird – es empfiehlt sich also halbwegs ehrlich zu bleiben! Neben den Standard Perso-Angaben kamen Fragen wie „Welche Personen haben Sie in ihrer bisherigen Laufbahn besonders beeindruckt?“; „Was denken Sie, sind Ihre Schwächen / Ihre Stärken?“; „Was für Vorbilder haben Sie?“; etc.

Nun ging es in eine Pause, die wir zum Kennenlernen der anderen Mitbewerber nutzten. Man denke immer daran – Köln ist bundesweit der einzige Ort, an dem die OPZ stattfindet, d.h. es kommen Leute von überall her, und somit war das mit dem Kennenlernen so eine Sache ;-) Wir hatten bspw. einen Bayer den wir (akustisch) bis zum Ende nicht verstehen konnten…

Einige Zeit später ging es zurück in den Saal, zwecks Aufsatz. Es galt zwei Begriffe zu definieren und gegeneinander abzugleichen, also Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuführen. Man hatte die Wahl zwischen zwei Wortpaaren, meine fiel auf „Definition und Erklärung“, die zweite Wahlmöglichkeit ist mir entfallen. In der Regel sind es aber Sachen wie „Patriotismus und Nationalismus“ oder „Treue und Gehorsam“, etc. Die angesetzte Zeit hierfür war 30 Minuten, in denen ich drei A4-Blätter vollschrieb – es ist also machbar.

Nun ist vielleicht auch interessant zu erwähnen, dass solch ein OPZ-Prüftag um 15.30 Uhr mit dem ABENDESSEN sein Ende findet. Wer also spätestens 22 Uhr nicht wieder Hunger bekommen hat, bei dem läuft’s nicht ganz rund. Allerdings ist um diese Zeit dann auch Zapfenstreich, den man besser einhält, und sei es nur, um des Schlafens Willen – denn es geht früh wieder raus…

Montag – Tag 2 (Erster Prüftag)

Um 05:10 Uhr, um genau zu sein – geweckt mit den liebreizenden, ruhigen und leisen Worten eines unserer Betreuungsoffiziere aus dem Flur

„AUFSTEHN, FÜNF UHR ZEHN, AUFSTEHN!!!“

Einer unserer Zimmergenossen hatte einen morgendlichen Hörsturz und meinte statt „05:10“, „Fünf vor Zehn“ verstanden zu haben, und SPRANG wie gebissen von der Oberseite seines Doppelstockbettes, brüllte uns an was wir noch rumliegen und sprintete ins Bad. (…) Nunja… das war eben einer der lustigen Sorte ;-) Wir jedenfalls standen etwas gelassener auf und saßen einige Zeit später im Speisesaal, wo wir uns gegenseitig den Mut… nahmen… weiter zu machen.

Meine erste Station an diesem Tag war das Gruppensituationsverfahren (GSV). Hierbei saß ich mit drei anderen Kameraden in einem Raum vor der zugewiesenen Prüfgruppe. Hierbei sei gesagt, dass man seine Prüfgruppe nur beim GSV und dem späteren Interview zu Gesicht bekommt. Dies sind somit auch die einzigen beiden Stationen, bei denen man sofort nach Hause geschickt werden kann, da dies nur die Prüfkommission zu entscheiden hat.

Nun da wir das GSV gleich als erste Station hatten, waren wir natürlich LEICHT aufgekratzt ;-) Im Raum angekommen lief es aber recht lässig ab, kein Psychologe da, nur einer unserer Betreuungsoffiziere leistete uns Gesellschaft und saß aufmerksam und still an einer Wand rum :-) Der Prüfungsvorsitzende sprach ein paar einleitende, spannungslösende Worte, und gab jedem von uns einen Themenzettel.

Das GSV ist wie folgt gegliedert:

  • Gruppengespräch
  • Planspiel
  • Einzelvorträge

Gruppengespräch: Der erste Teil lief überaus fair und gelassen ab, wir klärten gemeinsam ein Thema ab (soweit ich weiß war das „Der Mensch im Wandel der Zeit“ oder sowas, klingt nervig, aber man ist erstaunt wie viel einem einfällt) und erzählten ein paar Minuten. Dies wurde dann ohne von uns angesetztes Ende unterbrochen, das ist so üblich, also nicht wundern.

Planspiel: Der zweite Teil beschäftigte sich mit dem vorgegebenen Thema einer Reiseplanung/-organisation. Gegeben war ein Budget von 1.000 EUR und eine Deutschlandkarte. Es sollte eine Reisegruppe mit verschiedenen Altersklassen durch markante Punkte Deutschlands geführt werden. Wir wären zwar dankbar für eine DEZENTE örtliche Einschränkung gewesen, aber es lief auch so. Wir versuchten zu prahlen mit Sehenswürdigkeiten unserer Heimatstädte – mit Berlin als Hauptstadt war ich natürlich etwas im Vorteil, sodass ich unsere Reise auch gleich am Brandenburger Tor hab anfangen lassen. Das wurde von einem meiner Gruppenpartner auch gleich kritisiert, das kann aber als Chance dienen zu demonstrieren, das man mit so etwas umgehen kann. Er wusste keine Alternative und ich konnte weiter machen. Weiter ging es über Umwege u.a. nach Frankfurt am Main, usw. Auch dies wurde unterbrochen.

Einzelvorträge: Übrig waren die Einzelvorträge. Jeder kriegt einen unterschiedlichen Themenzettel mit 8 (?) Themenvorschlägen, und suchte sich ein Thema aus, über das er anschließend 10 Minuten referieren sollte. Vorbereitungszeit (Notizzettel war später erlaubt, ansonsten aber freies Erzählen) 30 Minuten. Da ich beim Planspiel eher den Leitwolf gegeben habe, hatte ich mich bei den Einzelvorträgen bewusst als letzter eingereiht. Weitere Ergänzungen an der Skriptvorlage waren natürlich verboten. Dieser Teil war also auch geschafft und die Kommission lächelte noch, sodass wir uns keine all zu großen Vorwürfe machten. ;-)

Da die Reihenfolge der Prüfstationen für jeden (organisationsbedingt) individuell verschieden ist, spielt sie auch keine all zu große Rolle. Ich werde dennoch versuchen chronologisch zu bleiben. Ich ging also zu meinem Gruppenverantwortlichen Herrn Hauptfeldwebel Rietz (ganz netter Kerl) und ließ mir meinen nächsten Kontrollpunkt verkünden. Es verschlug mich zum Computertest. Es gibt zwei Arten von Computertests, einen Allgemeinen Intelligenztest (mit anschließenden Bundeswehr-Psycho-Fragen) und einen Mathe-Test.

Was war mein erster? Natürlich. Mathe war zwar nicht mein Schreckensfach (trotz meines überragenden „Lehrers“ […]), aber vielleicht auch nicht mein Ein und Alles. Beim Mathe-Test kamen also dran: Differenzial-, Integral- und Prozentrechnung, einfache Flächeninhalte, Analytische Geometrie und Dreisätze. Wer hierbei keinen Durchblick bei Bruchrechnung hat, kann aufgeben – teilweise geriet ich doch etwas unter Zeitdruck, da dem Test auch eine Zeitbegrenzung unterlag. Am Ende war ich froh es geschafft zu haben.

Zurück bei Herrn Rietz wurde ich zurück in den Warteraum geschickt, da der nächste Knabe (dazu noch einer meiner Zimmergenossen) bereits freiwillig gehen wollte. Nun seine Gründe lagen auf der Hand, er war beim Bundesgrenzschutz (bzw. heute Bundespolizei) bereits angenommen und hat gemerkt dass er die OPZ ohnehin nicht mit übertriebener Leichtigkeit schaffen würde. Schön fand ich jedoch seine Antwort auf meine Frage, weswegen er dann überhaupt angereist ist, wenn der BGS für ihn schon fest stand.

„Naja, ich hätte den ICE-Bahngutschein nachträglich entlösen müssen, wenn ich ihn nicht benutzt hätte, also dacht ich mir, ’Machste dir nen paar schöne Tage in Köln‘!“ ;-)

So waren wir also schon nur noch fünf auf dem Zimmer, und es sollte am selben Tag noch einer weniger werden.

Anschließend bekam ich den zweiten Computertest gleich gratis dazu und wurde mit Matritzen, Würfeln und Zahlenreihen bombardiert – lief aber gar nicht mal schlecht. Lässt sich auch sehr gut vorher üben! Jedes gängige Einstellungstest-Buch stellt Beispielaufgaben hierfür bereit.

Wie bereits erwähnt gingen wir diese Nacht nur noch zu viert schlafen, doch der nächste Tag sollte uns noch mehr dezimieren…

Dienstag – Tag 3 (Zweiter Prüftag)

Dieser Tag begann wie gehabt um „Fünf Uhr Zehn“. Für mich der härteste Tag von allen, denn ich hatte im Gegensatz zu meinen (inzwischen noch etwa zwanzig) Mitbewerbern noch kein Interview mit meiner Prüfungskommission. Da dies jedoch als härteste aller Stationen gepriesen wird, fand ich das natürlich nicht so angenehm.

Begonnen hatte der Tag für mich jedoch mit dem Arzt. Dieser nahm auch mit Abstand die meiste Zeit ein und bestand aus vielen, vielen kleinen Stationen, die alle jeweils etwa 20 Minuten warten nach sich zogen. Ich begann beim Augenarzt (die üblichen Farberkennungs-, Entfernungs-, Sehschärfe-, und auch ein Konzentrations- und Blendempfindlichkeitstest), ging danach weiter zum Ohrendoktor (hohe und tiefe Töne auf beiden Ohren usw., nichts Neues), dann zur Urinprobe, zu den Vermessungskitteln (Gewicht, Größe, etc. – sehr penibel! Eine Mitbewerberin musste gehen weil sie VIER MILLIMETER zu klein war, ohne Fliegerabsicht!), dann einige Kleinigkeiten (Befragungen, etc. – unter anderem sollte man unterschreiben, dass man alle kieferorthopädischen Behandlungen abgeschlossen hat, da der Bund das sonst nicht zahlen würde, usw.) und schließlich zum Oberarzt (im Übrigen alles Zivilmitarbeiter), der mir den Ruhe- und Belastungspuls gemessen, die Wirbelsäule abgetastet und einige Fragen zu Kinderkrankheiten und Ähnliches gestellt hat, sowie eine abschließende Beurteilung des gesamtärztlichen Gutachtens abgegeben hat.

Am Ende war ich T1, entgegen meinem Musterungsergebnis von T2, da ich an dem Tag doch tatsächlich 1,6 kg mehr gewogen hatte (….). Ich war tauglich für alles, außer der Verwendung als Gebirgsjäger (wie die meisten, aufgrund leichter O-Beine, zur Vermeidung zu starker Bein-axialer Belastung).

Alles in allem kein Problem der Arzt, sofern man nicht die ein oder andere gesundheitliche Macke hat. Bei Piloten ist jede Kleinigkeit vernichtend.

Nun schickte mich der gute Herr Rietz zur Studien’beratung’. Die führte ein Marineoffizier durch, den ich bereits vom Begrüßungsseminar her kannte. Hierbei fährt man am sichersten wenn man von sich aus anfängt etwas über Studieninhalte und Aufbau zu erzählen, dann können weniger fiese Fragen kommen. Bei mir war es so, das fast nur ich niedergerattert hab, was ich mir vorher im ICE angelesen hatte. Das hat ihn dann auch ausreichend überzeugt, sodass wir nur noch über Hobbys und meine spätere Perspektive nach der Bundeswehr sprachen. Hierbei glaube ich, dass nachher verglichen wird mit dem, was man im Fragebogen am Anfang geschrieben bzw. im späteren Interview gesagt hat. Ferner glaube ich, dass es eine Rolle spielt, wie man sich beim Mittagessen etc. verhält, da die Betreuungsoffiziere meines Erachtens eine Maulwurfaufgabe inne hatten, aber das ist meine persönliche Einschätzung.

Für die Bundeswehr ist aber in jedem Fall entscheidend, dass man eine Alternativplanung zur angestrebten Offizierslaufbahn hat und (endlos wichtig!) nicht wegen dem Studium zum Bund möchte:

„Studium? Sehr gern, aber in erster Linie Offizier!“

Diese Station war also auch geschafft, und so ging es (nach einer sehr unangebrachten langen Pause, in der ich mich aber etwas mit meinen Mitbewerbern austauschen konnte) zum wichtigsten Punkt von allen…

In Jacket und Nadelstreifenhemd saß ich also an einem runden Tisch (rund, zwecks Gleichberechtigung – wurde eine gefragt!), zwecks Interview. Mein besagter Prüfungsvorsitzender schob wieder einmal die beruhigenste Kugel von allen und stahl mir so auch die Nervosität. Mit dieser beinahe familären Atmosphäre ging es dann über zu den erwarteten Fragen:

  • „Warum Bundeswehr?“
  • „Warum Offizier?“
  • „Wie stehen Ihre Eltern, Ihre Freunde, Ihre Freundin Ihrer Entscheidung gegenüber?“
  • „Sind sie sich den Gefahren gegenüber im Klaren?“
  • „Was bedeutet ein Auslandseinsatz für Sie? Sind sie bereit dazu?“
  • usw.

Eigentlich die ganze Palette, die man sich so vorstellt. Weiterhin ist es ratsam nochmals zu betonen, dass man Alternativpläne hat (bei mir war es ein Studium an der HTW Berlin) und dass die Bundeswehr einen auch ohne Studium kriegen könnte, wenn nötig.

Man könnte sich somit natürlich auch gut auf die Fragen „vorbereiten“, aber die Kommission merkt, denke ich, in jedem Fall, ob man etwas erzählt, oder ob man es aus Überzeugung sagt. Vorsicht vor Psychologen – sehr gefräßige Individuen, ohne jede Moral.

Nun da wir Alle alle Stationen durch hatten, war nur noch der Physical Fitness Test (PFT) dran. Dieser sollte für niemanden eine Hürde darstellen, es sei denn man wiegt bei 1,60 m etwa 120 kg, aber da wäre man schon nicht mehr da gewesen.

Der PFT bestand (bzw. besteht, da man ihn jedes Jahr wiederholen muss) aus folgenden Übungen:

  • Pendellauf (4 x 9 m)
  • Sit-Up’s (40 Sekunden)
  • Standweitsprung
  • (BW-) Liegestütze
  • 12-Minuten-Lauf

Pro Übung gibt es maximal 6 Punkte zu erreichen. Die Anforderungen sind jeweils durchaus machbar, für jeden, wie ich denke – ich hatte die vollen 30 Punkte.

Damit war die letzte Hürde erledigt, fünf Leute von zweiundfünfzig waren übrig, mein Zimmer bestand nur noch aus mir und wir machten uns zusammen ins Herz von Köln, zwecks Kölsch ;-)

Mittwoch – Tag 4 (Einplanungstag)

An diesem Tag stand nichts mehr auf dem Programm, außer dem Einplaner. So wirkliche Steine fielen uns bei diesem Gedanken jedoch dennoch nicht vom Herzen, da es keine garantierte Übernahme bei bestandenen Tests gibt. Man schneidet bei der OPZ nicht mit einem Daumen hoch oder runter ab, sondern man erzielt ein Ergebnis (das man bis zum Ende nicht erfährt). Je besser dieses Ergebnis, desto höher die Chance sofort übernommen zu werden.

So wurden von fünf Übrigen genau drei eingeplant. Ich bekam was ich wollte – ein Studium für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften in München bei der Fernmeldetruppe des Heeres.

Als kleines Extra unserer Betreuungsoffiziere folgte abschließend ein Besuch beim Haus der Geschichte in Bonn, wo wir eine Tour durch die deutsche Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg bekamen. Auch wer in Geschichte aufgepasst hat, bekommt hier Interessantes zu hören!

Wer sich anschauen möchte, welche Unterlagen und sonstigen Voraussetzungen er mitbringen muss, um bei der Bundeswehr angenommen zu werden, dem sei folgendes Buch wärmstens empfohlen: